Elegie und Iambos gehören zu den ältesten Genre der griechischen Lyrik. Erst in diesen Gedichten aus dem 7. Jh. v. Chr. beginnt der Dichter als persönliches Subjekt seine eigenen Erfahrungen auszusprechen, während er im Epos objektiv und leidenschaftslos hinter seinem Stoff zurückblieb. So behauptet man, dass in den Gedichten der beiden Genre “das Erwachen der Persönlichkeit”(B. Snell) erfolge. Doch dieser persönliche Charakter der frühgriechischen Dichtung darf nicht im Sinne der Subjektivität verstanden werden, wie man sie in der modernen Lyrik findet. Dem subjektiven Gefühl, das in den uns tradierten Fragmenten aus der frühgriechischen Dichtung zum Ausdruck kommt, kann man nämlich ein gemeinsames Pathos ablesen, das die Elegiker und Iambographen in der Zeit des politischen Umwandels angesichts der conditio humana empfunden hatten, das Pathos nämlich, das sich wohl unter dem Begriff amechaniē am besten zusammenfassen lässt. In solchen Grenzsituationen, wie Krieg, Unglück, Altern, sprechen sich die Dichter völlig hilflos aus und beklagen sich über die menschliche Unwissenheit über das erhängte Schicksal. Bezeichnend für ihre Begegnung mit der Hilflosigkeit des menschlichen Daseins ist jedoch der Realitätssinn, den sie aus ihren Erfahrungen der conditio humana bzw. amechaniē gewonnen haben: Sie wollen sich weder durch einen heroischen Gedanken über den Nachruhm noch durch einen religiösen Glauben an das Jenseits täuschen lassen. Sie wollen vielmehr hic et nunc einen Weg finden, sich mit der amechaniē abzufinden. Und dabei werden zwei verschiedene Lebenswege eingeschlagen, der Weg des erotischen Hedonismus (Mimnermos und Semonides) und der des “sardonischen" Realismus (Archilochos). Damit weisen uns die frühgriechische Lyrik auf zwei typische Lebensrichtungen hin, die sich später in der griechischen Ethik einbürgern sollen.
목차
1. 초기 그리스 서정시의 두 형태: 엘레게이아와 이암보스 2. 전쟁과 죽음 3. 불행과 늙음 4. 인간의 무지 5. 현재를 사는 삶의 지혜 6. 맺음말 인용문헌 [Zusammenfassung]